Hypnose bei Parkinson

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2. Sitzung am 10.10.13

Heute fand die 2. Hypnosesitzung mit B. statt. Erfreulicherweise hat sich B.s Gang stabilisiert. Ich hatte den Termin extra auf den Nachmittag gelegt, da B. ja berichtet hatte, dass sie morgens für einen halben Tag in Höchstform sei nach der 1. Hypnose, dann aber abbauen würde. Davon war heute nichts zu spüren. Der Gang war sicher aber nach wie vor etwas bemüht. Von Tippeln oder Zehenstand aber keine Spur. Mir ist allerdings klar, dass auch das nur eine Momentaufnahme sein kann. Ein Fortschritt ist aber deutlich erkennbar.

 

B. konnte berichten, dass sie stark an Selbstvertrauen gewonnen hat. Dieser Tage wurde sie in einem Aufzug unfreundlich behandelt. Vor der Hypnose führte jeder noch so kleine Konflikt dazu, dass sie "einfror", teilweise längere Zeit nicht mehr von der Stelle kam, wie gelähmt war. In dem Aufzug gab sie nun kurz Kontra und ging ungehindert ihres Weges. Die Anwesenden Eltern waren sehr erstaunt.

 

B. wünschte sich für diese Hypnose, dass sie wieder in die Lage versetzt würde, Spaziergänge zu unternehmen. Bislang hielt die Angst vor dem "Einfrieren" sie davon ab. Bisher war praktisch jede unvorhersehbare Situation dazu in der Lage, sie einfrieren zu lassen. So kam es vor, dass B. über Stunden den Heimweg nicht antreten konnte. Daraus resultierte auch eine Panik, die B. durch die Angst wieder einfrieren zu können, selbst auslöste. Allein der Gedanke wieder einzufrieren löste die Panikattacke aus und diese sorgte dann auch tatsächlich dafür, dass B. gelähmt war. Praktisch eine selbsterfüllende Prophezeiung.  Als 2ten großen Wunsch äußerte B. wieder einmal auswärts Essen gehen zu können. Seit Jahren hat sie kein Restaurant mehr betreten, die Angst dort etwas zu verschütten, aufzufallen... löste bereits entsprechende Panikgefühle aus. Alleine der Gedanke an einen Restaurantbesuch sorgte für Zittern und weitere starke Symptome, so dass nicht einmal der Versuch eines Restaurantbesuches in Frage kam.

 

Als B. auf der Liege platzgenommen hatte, fiel mir sofort auf, dass sie völlig ruhig und entspannt lag. Bei der 1.Hypnose sah ich noch deutlich, wie alle Gliedmaßen zitterten. Insbesondere die Hände und Füße hielten vor der Hypnose nicht still. Heute war keinerlei Zittern erkennbar.

 

Ich arbeite bei Hypnosen stets ohne Skript und reagiere spontan um möglichst auf den Probanden eingehen zu können. Außerdem weiß man, inbesondere, wenn Befragungen des UB durchgeführt werden nie, was dabei herauskommt.  Somit konnte ich den spontan geäußerten Wünschen nachkommen.

 

Wie bei der 1. Hypnose, war eine erforderliche Trancetiefe schnell erreicht. Während der Vertiefung gönnte ich mir den kleinen Spaß, B. das Wort " Uhr " vergessen zu lassen. Als ich ihr dann meine Uhr zeigte, konnte sie zwar beschreiben wofür das Gerät ist, aber das Wort " Uhr " war aus dem Gedächtnis gelöscht. Solche Einlagen dienen aber nicht nur der allgemeinen Belustigung, sondern haben auch einen Sinn. Der / die Hypnotisierte erkennt, dass sie / er sich tatsächlich in einer tiefen Hypnose befindet und das sorgt regelmäßig dafür, dass die Trance noch stark vertieft wird. Anders als mancher denkt, merkt der Hypnotisierte nämlich nicht, dass er in Hypnose ist. Hypnose ist kein Schlaf, keine Bewusstlosigkeit... 

 

In der Hypnose ließ ich B. nun in Gedanken am Rhein spazieren gehen. Es sollten starke Bilder erzeugt werden, sie sollte die Luft spüren, riechen schmecken und den Spaziergang genießen. Und sich vorstellen, dass nichts und niemand an dem Genuss etwas ändern kann. Selbst auftretende Unannehmlichkeiten während des Spaziergangs würden sie nicht davon abhalten, den Spaziergang zu genießen. Und dass es für sie ganz selbstverständlich ist, dass die Strecke ohne Probleme zu bewältigen sei, dass Ängste Einzufrieren in keiner Sekunde aufkommen können... Alles das, sollte B. intensiv visualisieren. Im Weiteren verankerte ich fest im UB, dass alles ab sofort und für alle Zukunft genau so eintreffen werde, wie sie es sich nun eben vorgestellt habe. Ich eleminierte die Angst vor Panikattacken, vor dem Einfrieren... Ich implantierte im UB die Gewissheit, dass Nichts und Niemand ihren Spaziergang behindern könne, dass sie die vorgenommene Wegstrecke problemlos und sicher bewältigen wird. Die entsprechenden Suggestionen vertiefte ich mehrfach. Ähnlich ging ich die Sache mit dem restaurantbesuch an. Ich eleminierte jede Panik vor dem " Versagen " am Tisch und implantierte Sicherheit und beliebige " Gleichgültigkeit " beim Umgang mit Besteck, Teller, Gläsern... B. solle alle Utensilien handhaben ohne darüber nachzudenken und ohne jede Verkrampfung. Dazu verankerte ich im UB, dass es völlig normal ist, auch mal etwas zu verschütten oder fallen zu lassen, das ginge absolut jedem Restaurantbesucher einmal so, sei also normal und nichts besonderes. Die Implantationen und Suggestionen habe ich sodann wiederholt vertieft und im UB dauerhaft verankert.

 

Während der Aufwachphase  habe ich zusätzlich, neben den allgemeinen Körperfunktionen, besonders den Dopaminhaushalt auf einen optimalen Wert gesetzt.

 

Nach der Hypnose war B. völlig entspannt und verspürte spontan die Lust ein Restaurant aufzusuchen. Ich habe sie darin bestärkt das kurzfristig auch zu tun.

Ich erwarte nun wieder das Feedback von B. und werde wieter berichten. Auch diese Sitzung ist auf Video aufgezeichnet und wird Euch demnächst auszugsweise gezeigt.

10.10.13 22:23

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